„Halte Raum für sie“ – schön gesagt. Aber was bedeutet das eigentlich, verdammt nochmal?

Veröffentlicht am 30. März 2025 um 15:34

Wenn du wie ich bist – also ein Mann, der versucht, das Weibliche zu verstehen, ohne sich dabei komplett zu verlieren – dann kennst du diesen Satz. Vielleicht aus einem Beziehungsratgeber. Vielleicht aus einem Podcast. Oder von einer Frau, die sagt:

„Ich will einfach nur, dass du präsent bist.“

 

Und du sitzt da und denkst:

„Okay. Klingt gut. Aber WAS heißt das jetzt KONKRET?“

 

Denn wir Männer sind nicht gerade dafür bekannt, zwischen den Zeilen zu lesen. Wir wollen Klarheit. Handlung. Richtung. Theorie schön und gut, aber wie sieht das in der Praxis aus?

 

Was bedeutet es eigentlich, für eine Frau „Raum zu halten“?

 

Ganz simpel:

Raum halten heißt, dass du nicht fliehst.

Nicht körperlich. Nicht emotional. Nicht gedanklich.

 

Es bedeutet, dass du bei ihr bleibst – auch wenn sie weint, schreit, zweifelt, zittert.

Auch wenn du keinen Plan hast, was du tun sollst.

Auch wenn du dich innerlich am liebsten ausloggen würdest, Netflix an und Thema vergessen.

 

Präsenz ist kein Tun.

Es ist ein Sein.

 

Nicht retten. Nicht beweisen. Nicht analysieren.

Sondern da sein – mit offenem Herzen, ruhiger Energie und einem Körper, der sagt:

„Ich bin hier. Ich gehe nicht weg. Du darfst genau so sein, wie du jetzt bist.“

 

Denn manchmal braucht sie gar keine Lösung.

Sie braucht jemanden, der mit ihr sitzt – der Schmerz mit ihr trägt.

Der zulässt, dass sich das Leid auf zwei Schultern verteilt.

Weil das der Moment ist, in dem sie aufatmen kann.

Nicht, weil etwas „weg“ ist – sondern weil sie es nicht mehr allein halten muss.

 

Warum ist das so verdammt schwer für uns Männer?

 

Weil wir anders funktionieren.

Wir denken in Lösungen. In Logik. In „Problem – Maßnahme – Ergebnis“.

Wenn jemand uns was erzählt, suchen wir automatisch nach dem Fix.

„Okay, sie ist traurig – was kann ich tun, damit sie wieder gut drauf ist?“

 

Aber hier kommt die bittere Wahrheit:

Sobald du im Kopf bist, bist du raus.

Nicht mehr präsent. Nicht mehr fühlbar. Nicht mehr bei ihr.

 

Und sie merkt das. Nicht später. Nicht subtil.

Sofort.

 

Dann kommen die Klassiker:

Sie zieht sich zurück.

Sagt „Ist schon gut.“

Du fragst: „Was hab ich falsch gemacht?“

Sie antwortet: „Nichts.“

Und beide fühlen sich innerlich leer.

 

Emotionen sind keine Probleme. Sie sind Wellen.

Das war mein größter Aha-Moment.

Sie will nicht, dass du ihre Emotionen reparierst oder veränderst.

Sie will nur wissen, dass du bleibst – in der Welle, im Sturm, im Chaos.

 

Was du niemals sagen solltest:

Es gibt Sätze, die klein wirken – aber tief verletzen.

Sätze, die nicht laut schreien, aber innerlich alles zum Verstummen bringen.

Wenn du wirklich Raum halten willst, dann streich diese Phrasen aus deinem Vokabular:

– „Jetzt beruhig dich mal.“

– „Du übertreibst.“

– „So schlimm ist das doch gar nicht.“

– „Du bist zu sensibel.“

– „Wein doch nicht.“

– „Das macht doch keinen Sinn.“

– „Du interpretierst da zu viel rein.“

– „Ist doch alles gut.“

– „Reiß dich zusammen.“

– „Dafür brauchst du doch nicht so ein Drama machen.“

Denn was all diese Sätze gemeinsam haben:

Sie entwerten ihr Gefühl.

Sie sagen nicht direkt „Du bist falsch“ – aber sie lassen es sie fühlen.

Und das ist vielleicht das Schlimmste, was du in einem verletzlichen Moment tun kannst.

Denn eine Frau, die sich emotional öffnet, betritt heiligen Boden.

Wenn du da mit Schuhen aus Logik und Kontrolle reintrampelst, wird sie beim nächsten Mal schweigen.

Denn auch wenn du es gut meinst, sendest du damit eine Botschaft, die tief schneidet:

„Dein Erleben ist nicht wahr. Deine Gefühle sind nicht angemessen. Deine Reaktion ist falsch.“

Und was dann passiert, geschieht leise, aber tief:

Sie beginnt, an sich selbst zu zweifeln. An ihrer Wahrnehmung. An ihrem inneren Kompass.

Und du nimmst ihr – ohne es zu wollen – das Vertrauen in das, was in ihr lebt.

Das ist keine Kleinigkeit. Das ist ein Bruch in der Verbindung.

Denn emotionale Sicherheit heißt:

Ich darf fühlen, was ich fühle – ohne dafür beschämt, korrigiert oder verlassen zu werden.

 

Und zack – Intimität geht flöten. Verbindung reißt ab. Beide ziehen sich zurück.

 

Der männliche Reflex: Rückzug bei Überforderung

 

Ich kenn das gut.

Früher, wenn meine Ex-Partnerin emotional wurde, hatte ich innerlich nur zwei Optionen:

 

1. Lösung anbieten (und hoffen, dass sie dann lächelt)

 

2. Rückzug (weil ich mich hilflos, schwach oder überfordert fühlte)

 

Aber was sie wirklich gebraucht hätte, war weder ein Rat noch mein Schweigen –

sondern mein Dableiben.

Meine Nähe. Mein Blick, meine Hände, meine Stimme, mein Herz.

Nicht perfekt. Nicht kontrollierend. Einfach da.

 

Denn Heilung beginnt nicht mit Loslassen.

Sie beginnt mit Halten.

Mit dem Annehmen.

Mit dem Raum geben für das, was nie gehalten wurde.

Denn was nie gehalten wurde, kann nicht losgelassen werden.

Und ja – das ist ein Prozess, kein Ereignis.

 

Praktisch gesprochen: Wie geht das jetzt wirklich?

 

Wenn sie weint: Setz dich zu ihr. Sag nichts. Leg vielleicht eine Hand auf ihren Rücken.

Wenn sie zweifelt: Sag „Ich bin da. Du musst das nicht alleine tragen.“

Wenn sie wütet: Bleib ruhig. Atme. Bleib offen. Werd nicht defensiv.

Wenn du keine Worte hast: Dann sag genau das. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll – aber ich bin hier.“

 

Und währenddessen:

 

Bleib im Körper, nicht im Kopf.

Atme ruhig.

Spür deine Füße auf dem Boden.

Und sei mit ihr, nicht über ihr.

 

Denn das ist Männlichkeit in Reinform:

Kraftvolle Präsenz inmitten von Chaos.

Nicht weil du es kontrollierst.

Sondern weil du es halten kannst.

 

Wenn du wirklich wissen willst, wie du ihr Raum gibst – und du nur ein Wort brauchst – dann ist es das:

Still.

 

Halt einfach den Mund.

Setz dich neben sie. Sei da. Schau sie an. Fühl mit.

Aber sag nichts. Kein Rat. Keine Analyse. Kein „Du musst das anders sehen.“

 

Einfach: still sein und bleiben.

Denn manchmal ist genau das die größte Form von Stärke und Liebe, die du ihr schenken kannst.

 

Und wenn du verstehen willst, warum das so wirkt – stell dir Folgendes vor:

 

Du bist beim Campen.

Draußen zieht plötzlich ein heftiger Sturm auf. Der Wind peitscht, Regen hämmert auf das Zelt, alles bebt.

Was ist jetzt die beste Reaktion?

Zurückschreien? Dem Sturm erklären, dass er übertreibt?

Oder fluchtartig das Zelt verlassen, weil du Angst bekommst?

 

Nein.

Die beste Lösung ist, ein stabiles Fundament zu bauen. Die Seile festzuziehen. Innen zu bleiben. Ruhe zu bewahren.

Nicht gegen den Sturm kämpfen – sondern ihn überstehen.

 

Und genau das ist deine Rolle in ihren emotionalen Stürmen.

Sie ist der Wind, der Regen, die Welle.

Du bist das Zelt. Die Struktur. Der ruhige Halt inmitten des Chaos.

 

Du musst den Sturm nicht aufhalten.

Du musst ihn nur mit ihr aushalten.

Still. Stark. Da.

 

Denn genau in dieser Art von Präsenz entsteht tiefe Sicherheit.

Und aus Sicherheit wächst Vertrauen.

Und aus Vertrauen wächst Liebe, die nicht an der Oberfläche bleibt – sondern in die Tiefe führt.

 

Was sich verändert, wenn du’s tust

 

Wenn du diesen Raum gibst – nicht als Technik, sondern als Haltung – passiert Folgendes:

Sie hört auf, sich selbst in Frage zu stellen.

Du hörst auf, dich schuldig zu fühlen.

Es entsteht Vertrauen. Echtes Vertrauen.

 

Und das Gefühl: „Ich kann mit dir echt sein – ohne mich zu verlieren.“

 

Du wirst für sie zu einem sicheren Ort.

Zu ihrem emotionalen Zuhause.

Zu dem, wovon sie vielleicht als kleines Mädchen geträumt hat:

Ein Mann, der bleibt.

Einer, der Schmerz nicht auslöscht – sondern mitträgt.

 

Und du?

 

Auch für dich wird’s leichter.

Weil du plötzlich merkst:

Du musst gar nichts reparieren.

Du musst nichts beweisen.

Deine Präsenz reicht.

Dein Dasein hat Gewicht.

 

Und wenn du lernst, diesen Raum auch in dir selbst zu halten – für deine eigenen Unsicherheiten, Ängste, Zweifel – dann bist du nicht nur Partner, sondern Fels.

Nicht weil du hart bist.

Sondern weil du weich sein kannst, ohne zu fallen.

 

Kurz gesagt:

 

Du musst nichts lösen.

Du musst nichts sagen.

Du musst einfach bleiben.

 

Präsenz ist kein Zustand, den man „checkt“.

Es ist eine tägliche Entscheidung.

Ein Muskel, den du trainierst.

Ein Geschenk, das du machst – ihr und dir selbst.

 

Und hey – wenn du’s beim ersten Mal verkackst: willkommen im Club.

Auch Präsenz wächst nicht über Nacht.

Aber wenn du übst, wächst Vertrauen. Verbindung. Tiefe.

 

Also bleib. Hör zu. Schau hin.

Und erkenne: Du bist nicht da, um sie zu retten.

Du bist da, um sie zu halten.

 

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Joe Turan

– Life Coach

– Tantra- & Kuscheltherapeut

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