
Immer wieder kommen Männer zu mir und sagen:
„Meine Frau kann beim Sex nicht abschalten. Sie ist körperlich da – aber innerlich weit weg.“
Und jedes Mal frage ich:
Bist du dir sicher, dass das Problem bei ihr liegt?
Lass uns mal ehrlich sein: "Fallen lassen" klingt schön. Fast ein bisschen kitschig. Wie ein romantischer Werbespot mit wehenden Gardinen und Kerzenschein. Aber in echt? Da liegt sie vielleicht neben dir, wunderschön, nackt – und trotzdem spürst du, dass sie nicht da ist. Nicht ganz. Nicht mit Haut und Haar.
Kennst du das?
Ich kenn’s. Von früher. Von vielen Frauen. Und, ganz ehrlich: Von mir selbst auch. Weil das hier kein „du musst nur die richtige Technik anwenden“-Text wird, sondern was Echtes. Etwas, das dir helfen soll zu verstehen, was in ihr abgeht, wenn sie sich eben nicht hingeben kann.
Also – tauchen wir ein. Tief. Echt. Roh.
Ihr System steht unter Strom
Stell dir ihr Nervensystem wie einen Alarmknopf vor, der klemmt. Immer an. Dauer-Alarm. Fight. Flight. Freeze. Fawn.
Will sie fliehen? Gefallen? Ist sie im Kopf statt im Körper?
Das sympathische Nervensystem fährt hoch – wie ein Rechner mit zu vielen Tabs offen. Multitasking. Erwartungsdruck. Wie seh ich aus? Bin ich laut? Bin ich genug? Kommt er gleich? Muss ich jetzt?
Ihr Atem flach. Ihr Becken fest. Ihr Herz auf Habacht.
Und du wunderst dich, warum sie nicht abschalten kann?
Weil ihr Körper denkt, er muss gerade überleben – nicht lieben.
Und jetzt stell dir ihren Alltag vor …
Sie kommt von der Arbeit – gestresst. Im Kopf noch das Meeting, die Deadlines, die To-do-Liste.
Dann der Haushalt. Wäsche waschen. Essen kochen. Die Küche aufräumen.
Die Kinder wollen Aufmerksamkeit, haben Hausaufgaben, brauchen Zuwendung.
Am nächsten Morgen muss sie früh raus. Schulranzen packen. Arzttermin für den Kleinen. Elternabend vorbereiten. Vielleicht hat sie nicht mal Zeit, in Ruhe zu essen oder einfach mal zehn Minuten zu sitzen.
Und dann – abends – liegst du da und erwartest, dass sie sich einfach fallen lässt? Als wäre sie ein Lichtschalter, den man umlegt?
Sie ist kein Roboter. Keine Maschine. Kein Lustknopf zum Drücken.
Wenn du sie liebst – dann sieh sie. Sieh, was sie trägt.
Und frag dich ehrlich: Füllst du ihre Batterie – oder ziehst du nur an ihr?
Hilfst du ihr, runterzukommen? Oder bist du der nächste Punkt auf ihrer To-do-Liste?
Die Lösung? Nicht mehr Leistung. Sondern Sicherheit.
Das Gegenteil von Flucht? Ist nicht Dominanz. Ist nicht Technik. Ist nicht der zehnte spannende Impuls aus irgendeinem Online-Kurs.
Es ist der Parasympathikus.
Der Teil ihres Nervensystems, der erst anspringt, wenn sie sich wirklich sicher fühlt. Wenn sie nichts mehr kontrollieren muss. Wenn sie atmen darf. Seufzen. Lachen. Weinen vielleicht.
Wenn ihr System endlich kapieren darf: Hier ist kein Krieg. Kein Test. Keine Erwartung.
Hier ist nur: DU. Und SIE. Jetzt.
Und weißt du, was zusätzlich helfen kann?
Sag ihr, wie schön sie ist. Nicht nur einmal im Jahr – sondern immer wieder. Sieh sie wirklich. Ihre Haut. Ihr Haar. Ihre Brüste. Ihre Hüften. Ihre Vulva. Ihre Stimme. Ihre Art, sich zu bewegen.
Sag ihr, dass sie sinnlich ist – auch im Chaos, auch ungeschminkt, auch mit Augenringen.
Viele Frauen haben verinnerlicht, dass sie "untenrum" nicht schön seien. Zu dunkel. Zu faltig. Zu irgendwas.
Wenn du sie ehrlich und liebevoll bewunderst – auch dort – wird sie anfangen, sich selbst durch deine Augen neu zu sehen.
Und ja: das heilt mehr, als du ahnst.
Und weißt du, was sie ebenfalls nährt? Kleine, echte Zeichen im Alltag:
– Schreib ihr mitten in einem stressigen Moment: „Ich denke an dich. Selbst im Chaos vermiss ich dich.“
– Bring ihre Lieblingssnacks mit nach Hause – ohne zu fragen.
– Bestell ihr Lieblingsgericht mit, wenn du Essen orderst – ganz selbstverständlich.
– Schick ihr Blumen. Ohne Anlass. Einfach, weil sie es verdient.
– Leg ihr einen kleinen Zettel auf’s Kopfkissen: „Ich liebe, wie du atmest.“
– Massier ihr die Schultern, ohne dass sie erst sagen muss, wie müde sie ist.
Das sind keine „Tricks“. Das ist Energie, die du gibst. Sicherheit, die du ausstrahlst. Und Liebe, die nicht von Sex abhängig ist – sondern aus der Tiefe kommt.
Die Stimme-Vagus-Vagina-Connection
Klingt wie ein schräger Buchtitel? Ist aber pure Biologie.
Der Vagusnerv verbindet ihr Gehirn mit ihrem Bauch, ihrer Cervix – und ja, auch mit ihrer Stimme. Wenn sie nicht sprechen kann, nicht stöhnen, nicht atmen, dann kann sie auch nicht fühlen.
Wenn sie still wird beim Sex, kann das heißen: ihr Nervensystem hat auf Schutz geschaltet. Shutdown.
Was sie braucht, ist kein Dirty Talk nach Lehrbuch. Sie braucht deine echte Stimme. Ruhig. Warm. Ehrlich. "Ich bin hier. Du musst nichts leisten."
Was oft im Weg steht: ihr Kopf.
Ich erinnere mich an eine Begegnung mit einer Frau, die äußerlich vollkommen entspannt wirkte – aber innerlich so angespannt war, dass ihre Gedanken scheinbar lauter waren als jede Berührung.
Als ich sie später fragte, was los war, meinte sie: „Ich dachte die ganze Zeit, wie ich aussehe, ob ich komisch stöhne, ob das Licht mich unvorteilhaft trifft.“
Boom. Willkommen in ihrem Kopfkino.
Sie konnte sich nicht fallen lassen, weil ihr System auf Selbstschutz gepolt war. Wie viele Frauen sind in diesem Modus? Zu viele.
Was du tun kannst? Raum halten. Keine Show abziehen. Präsenz schenken.
Sei kein Performer. Sei ein Raum.
Deine Augen, deine Hände, dein Atem – sie lesen das alles. Sie spüren, ob du bei ihr bist oder bei deiner Vorstellung von gutem Sex. Sie merken, ob du was von ihr willst oder ob du bereit bist, sie einfach nur da sein zu lassen.
Und hör auf, sie zum Kommen bringen zu wollen, um dich selbst besser zu fühlen. Wenn du sie fragst: „Kommst du?“ – reißt du sie raus. Druck. Prüfung. Performance.
Sie wird sich nie fallen lassen können, wenn sie das Gefühl hat, dass ihr Orgasmus für dein Ego da ist.
Also hör auf, danach zu fragen. Und erst recht: hör auf, darauf zu bestehen.
Lass sie einfach nur spüren. Lass sie einfach nur sein.
Und – ganz wichtig – bring Humor mit. Nichts verbindet mehr als gemeinsam über einen missglückten Stellungswechsel zu lachen.
Und redet. Ja, auch über die unsexy Sachen.
Verhütung zum Beispiel. Viele Frauen können sich nicht fallen lassen, wenn sie Angst haben, schwanger zu werden. Oder wenn sie die Pille nehmen, obwohl sie sie eigentlich nicht vertragen. Oder wenn das Kondom ein Thema ist.
Klingt banal. Ist es aber nicht. Wenn ihr über diese Dinge klar seid, hat ihr System wieder einen Grund weniger, sich zu verspannen.
Vertrauen kommt nicht vom Reden allein. Aber es beginnt dort.
Sprich mit ihr. Frag sie, was sie braucht. Frag sie, was sie hemmt. Und – hier kommt der schwierige Teil – halt es aus, wenn du die Antwort nicht gleich lösen kannst.
Manchmal braucht es einfach nur Geduld. Und dein Herz. Kein Werkzeugkoffer.
Was Frauen wirklich öffnen kann?
Wenn sie spürt:
– Ich darf komisch sein. – Ich darf laut sein. – Ich darf NEIN sagen. – Ich darf lachen. – Ich darf weinen. – Ich darf mich zeigen.
Ohne Konsequenzen. Ohne Erwartung. Ohne Rolle.
Und wenn sie das darf – wenn du ihr das gibst – dann passiert das Magische:
Ihr Becken wird weich. Ihr Atem tief. Ihr Herz offen.
Und plötzlich… ist sie da. Ganz. Jetzt.
Nicht für dich. Sondern für sich.
Und das, mein Freund, ist der Moment, in dem du sie wirklich berührst.
Nicht nur mit deinem Körper. Sondern mit deiner Präsenz.
Und ja – es ist Arbeit. Es ist Prozess. Aber es ist der einzige Weg zu echter, tiefer, wilder, wunderschön verwundbarer Intimität.
Also:
Weniger Pornodreh. Mehr Echtheit. Weniger Technik. Mehr Nervensystem. Weniger Ego-Ziel. Mehr Sein. Weniger Erwartung. Mehr Mitgefühl. Mehr Bewunderung. Mehr liebevolle Blicke. Mehr Alltagspoeten.
Und vor allem: Mehr DU.
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Joe Turan
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– Tantra- & Kuscheltherapeut
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